Die Geschichte des Taijiquan

„Am Anfang des Taiji steht ein Mythos – wie bei vielen großen Ideen, die die Welt bewegen.“

Der Weise Zhang Sanfeng hatte sich als Einsiedler in die Wudang-Bergen zurückgezogen, die mit ihren Tempeln und Klöstern als ein berühmter, heiliger Ort des Daoismus gelten. Dort widmete er sich viele Jahre lang der Kultivierung des Qi und dem Studium der inneren Alchemie.
Eines Tages wurde Zhang Sanfeng plötzlich durch ein seltsames Geräusch aus seiner Versenkung aufgeschreckt, und er sah den Kampf eines Kranichs mit einer Schlange. Er beobachtete, wie der Kranich mit seinem Schnabel die Schlange angriff, die Schlange aber wich ständig mit dem attackierten Körperteil in kreisenden Bewegungen aus, um dann gleichzeitig den Kranich an einer ungeschützten Stelle anzugreifen.
Bei diesem Anblick entdeckte Zhang Sanfeng die Prinzipien des Taijiquan, denn er sah, wie der Kranich vor jedem Angriff innehalten musste, um zu zielen, während die Schlange so geschmeidig war, dass sie in ständiger Bewegung ausweichen und gleichzeitig angreifen konnte und so am Schluss den Kampf gewann.

Ob diese Begebenheit wirklich so geschehen ist, weiß heute niemand. Viele Legenden und Mythen ranken sich heute um die Ursprünge des Taiji. Aber sie beschreiben auf anschauliche Weise die Motive und Prinzipien, die zur Entwicklung des Taijiquan geführt haben: Seine geschmeidigen, kreisenden Bewegungen, das Ausweichen und die Erkenntnis, dass das Weiche das Harte besiegt.

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